Transformation im Bestand:
Block III: Umnutzung - Aufstockung - Nachverdichtung

05.09.2024

10:15 – 11:45 Uhr

Raum 1C

Aufstockung, Bestandsgebäude, Nachhaltigkeit, Nachverdichtung, Transformation im Bestand, Umnutzung

Hartmut Thede

SEMMELHAACK Wohnungsunternehmen

Handlungsbevollmächtigter

Falco Hermann

Sauberbruch & Hutton

Architekt | Partner

Umgang mit dem schweren Bestand - Weiterbauen als Selbstverständlichkeit

Das Spannungsfeld von Energieknappheit und Ressourceneinsparung einerseits und stetig steigendem Bedarf an gebauter Umwelt andererseits ist ein beherrschendes Thema in der allgemeinen Architekturdebatte. Die dystopischen Prognosen über den Klimawandel, die Endlichkeit der Ressourcen auf unserem Planeten und die Verantwortung, die der Bauwirtschaft als einem der Hauptverbraucher und Hauptemittenten daraus zuteil wird, sind allgemein bekannt.

Viele Ansätze zur Reduzierung der Betriebsenergie sind lange etabliert und auch für energie- und ressourcensparende Bauweisen stehen immer mehr Verfahren zur Verfügung. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Um- und Nachnutzung von Bestandsgebäuden ein, die insbesondere dann zukunftsweisend sind, wenn die Ergebnisse gestalterisch überzeugen und für den Nutzer attraktiv sind. Zwei Ansätze.

Falco Hermann zeigt uns mit den  beiden Projekten Munich Re, München und der Berlin Metropolitan School einen Umgang mit dem Erbe der 80er Jahre. Die beiden Projekte gehen gestalterisch unterschiedlich mit dem Bestand um, versuchen aber jeweils, das Vorgefundene zu respektieren und bei der Planung einzubeziehen. Während im einen Falls ein komplett neues Raumprogramm geschriebenund das Bürogebäude grundständig neu gestaltet wurde, ist im Fall der Schule eine Aufstockung im laufenden Betrieb realisiert worden.

Foto: © Nikolas Witte

Julia Horn

03 Arch. GmbH

M.A. Architektin | B.A. Innenarchitektur | Stellvertretende Leiterin des Forschungsprojekts „B*GF“

Vortrag:

B*GF — Bonus-Geschossflächen. Bestehendes anwenden und weiterentwickeln. Grund und Boden verantwortungsvoller nutzen.

Wohnraumschaffung gehört zu den großen Herausforderungen der Gegenwart. Bei der Realisierung von Bauvorhaben bestehen jedoch häufig projektinterne Konkurrenzen um die rechtlich maximal zulässige Geschossfläche. Dies geht zulasten sozial- und klimawirksamer Qualitäten. Bonus-Geschossflächen stellen ein in Deutschland wenig bekanntes, jedoch wirksames Planungswerkzeug dar, diesen Umständen entgegenzuwirken.

Judith Burgerova und Julia Horn werden das Forschungsprojekt „B*GF - Kriterienkatalog für Bonus-Geschossflächen (Bonus-GF) als Anreizsystem zur Qualitätssicherung für einen sozial- und klimagerechten Wohnungsneubau im Spannungsfeld der Doppelten Innenentwicklung“ gemeinsam vorstellen - Frau Horn wird den wissenschaftlichen Teil zu den Inhalten des Forschungsprojektes erläutern und Frau Burgerova anhand gebauter Beispiele exemplarisch die praktische Anwendung vorstellen.

Foto: © Albrecht Fuchs

Judith Burgerova

03 Arch. GmbH

Dipl. Ing. (FH) Architektin, Stadtplanerin | Mediatorin | Geschäftsführerin

Vortrag:

B*GF — Bonus-Geschossflächen. Bestehendes anwenden und weiterentwickeln. Grund und Boden verantwortungsvoller nutzen.

Wohnraumschaffung gehört zu den großen Herausforderungen der Gegenwart. Bei der Realisierung von Bauvorhaben bestehen jedoch häufig projektinterne Konkurrenzen um die rechtlich maximal zulässige Geschossfläche. Dies geht zulasten sozial- und klimawirksamer Qualitäten. Bonus-Geschossflächen stellen ein in Deutschland wenig bekanntes, jedoch wirksames Planungswerkzeug dar, diesen Umständen entgegenzuwirken.

Judith Burgerova und Julia Horn werden das Forschungsprojekt „B*GF - Kriterienkatalog für Bonus-Geschossflächen (Bonus-GF) als Anreizsystem zur Qualitätssicherung für einen sozial- und klimagerechten Wohnungsneubau im Spannungsfeld der Doppelten Innenentwicklung“ gemeinsam vorstellen - Frau Horn wird den wissenschaftlichen Teil zu den Inhalten des Forschungsprojektes erläutern und Frau Burgerova anhand gebauter Beispiele exemplarisch die praktische Anwendung vorstellen.

Die Vorträge in Block I zeigen, welche praktischen Herausforderungen die Revitalisierung von Bestandsgebäuden mit sich bringen.

Jede Transformation einzelner Gebäude sollte durch eine strategische Betrachtung des jeweiligen Quartiers flankiert werden. Ein zu enger Blick nur auf energetische Sanierungsvorgaben kann dabei allerdings mehr schaden als helfen, wie die Redner in Block II verdeutlichen.

In Block III werden nun Wege aufgezeigt, um das vielfach verkannte Potenzial von Bestandsgebäuden zur Schaffung neuen Wohnraums besser zu nutzen.

Einerseits gibt es Wohnungen, die aufgrund unzeitgemäßer Grundrisse oder einer schlechten energetischen Performance leer stehen, darüber hinaus gibt es gerade innerstädtisch gelegene, ungenutzte Gewerbeimmobilien, die ein großes Umnutzungspotenzial bereithalten.  

Mit ganzheitlichen, kreativen Lösungen ist es möglich, Wohnraum mit einer hohen Nutzerakzeptanz zu schaffen, die im besten Fall nicht nur die Immobilie revitalisieren, sondern auch stadtplanerische Aspekte des Quartiersraums berücksichtigen.

Die Redebeiträge zeigen insofern ein breites Spektrum im Umgang mit Bestandsbauten auf.

Hartmut Thede wird den Umbau und die Umnutzung des ehemals gewerblich genutzten Gebäudekomplexes von Teppich Kibek in Elmshorn vorstellen. Das Areal, mit einem erhaltenswerten Hochhaus und Produktionshallen, wurde zu einem neuen Quartier mit 156 Wohnungen transformiert. Nach dem Abriss der Hallen wurden auf dem Gelände 5 Mehrfamilienhäuser gebaut und das Hochhaus in ein Wohngebäude umgewandelt. Bei der Sanierung hat man an der vielbefahrenen Straße mit einer neuartigen Dachbeschichtung zusätzlich die Luftqualität verbessert: Die NOX-OFF-Beschichtung der Dachbahnen soll Stickoxide neutralisieren.

Julia Horn stellt als stellvertretende Leiterin des Forschungsprojekts „B*GF“ einen Kriterienkatalog für „Bonus-Geschossflächen“ als Anreizsystem zur Qualitätssicherung für einen sozial- und klimagerechten Wohnungsneubau vor. Im Spannungsfeld der „Doppelten Innenentwicklung“ bietet dieser Katalog ein potenzielles Regelungswerkzeug für Kommunen bzw. ein Planungsinstrument für Architekten. Ihre Kollegin Judith Burgerova wird die Praxisrelevanz des vorgestellten Forschungsprojektes anhand von Beispielen veranschaulichen.

Das Projekt widmet sich der Analyse und Auswertung des Themas sowie der praktischen Übersetzung in eine Regelung, die sozial- und klimagerechte Planung in Form von zusätzlicher Geschossfläche anerkennt. Das Ziel ist die Einbeziehung der Thematik in der anstehenden Novelle der Verordnung über die bauliche Nutzung der Grundstücke (BauNVO). Bereits seit Längerem wird eine Bonus-GF gefordert, u. a. im Positionspapier „Standards im Wohnungsbau“ des Bundes Deutscher Architekten aus dem Jahr 2016. Dort wird auf die Wichtigkeit der architektonischen Gestaltung hingewiesen, die oftmals bei einer reinen „optimale(n) Ausnutzung der knappen Ressource Bauland“ in Form von „Wohnanlagen von 100 bis 500 Wohneinheiten“ nicht mehr vorhanden ist. Eine Bonus-GF könnte diesem Dilemma Abhilfe schaffen.

Falco Hermann zeigt uns das Konzept für die Bebauung des Postbankareals in Hamburg, das vom Architekturbüro als „…Prototyp für einen behutsamen Stadtumbau und den nachhaltigen Umgang mit dem Erbe der 80er Jahre…“ angesehen wird. Der Entwurf sieht den größtmöglichen Erhalt der Bestandsgebäude vor und will neue Nutzungen, wie z. B. Büros, Gewerbe, Kitas oder Gastronomie ermöglichen. Im städtebaulichen Kontext werden zusätzlich öffentliche Räume geschaffen, die teilweise durch überdachte Höfe entstehen sollen.

Speaker

Hartmut Thede

SEMMELHAACK Wohnungsunternehmen

Handlungsbevollmächtigter

Falco Hermann

Sauberbruch & Hutton

Architekt | Partner

Umgang mit dem schweren Bestand - Weiterbauen als Selbstverständlichkeit

Das Spannungsfeld von Energieknappheit und Ressourceneinsparung einerseits und stetig steigendem Bedarf an gebauter Umwelt andererseits ist ein beherrschendes Thema in der allgemeinen Architekturdebatte. Die dystopischen Prognosen über den Klimawandel, die Endlichkeit der Ressourcen auf unserem Planeten und die Verantwortung, die der Bauwirtschaft als einem der Hauptverbraucher und Hauptemittenten daraus zuteil wird, sind allgemein bekannt.

Viele Ansätze zur Reduzierung der Betriebsenergie sind lange etabliert und auch für energie- und ressourcensparende Bauweisen stehen immer mehr Verfahren zur Verfügung. Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Um- und Nachnutzung von Bestandsgebäuden ein, die insbesondere dann zukunftsweisend sind, wenn die Ergebnisse gestalterisch überzeugen und für den Nutzer attraktiv sind. Zwei Ansätze.

Falco Hermann zeigt uns mit den  beiden Projekten Munich Re, München und der Berlin Metropolitan School einen Umgang mit dem Erbe der 80er Jahre. Die beiden Projekte gehen gestalterisch unterschiedlich mit dem Bestand um, versuchen aber jeweils, das Vorgefundene zu respektieren und bei der Planung einzubeziehen. Während im einen Falls ein komplett neues Raumprogramm geschriebenund das Bürogebäude grundständig neu gestaltet wurde, ist im Fall der Schule eine Aufstockung im laufenden Betrieb realisiert worden.

Foto: © Nikolas Witte

Julia Horn

03 Arch. GmbH

M.A. Architektin | B.A. Innenarchitektur | Stellvertretende Leiterin des Forschungsprojekts „B*GF“

Vortrag:

B*GF — Bonus-Geschossflächen. Bestehendes anwenden und weiterentwickeln. Grund und Boden verantwortungsvoller nutzen.

Wohnraumschaffung gehört zu den großen Herausforderungen der Gegenwart. Bei der Realisierung von Bauvorhaben bestehen jedoch häufig projektinterne Konkurrenzen um die rechtlich maximal zulässige Geschossfläche. Dies geht zulasten sozial- und klimawirksamer Qualitäten. Bonus-Geschossflächen stellen ein in Deutschland wenig bekanntes, jedoch wirksames Planungswerkzeug dar, diesen Umständen entgegenzuwirken.

Judith Burgerova und Julia Horn werden das Forschungsprojekt „B*GF - Kriterienkatalog für Bonus-Geschossflächen (Bonus-GF) als Anreizsystem zur Qualitätssicherung für einen sozial- und klimagerechten Wohnungsneubau im Spannungsfeld der Doppelten Innenentwicklung“ gemeinsam vorstellen - Frau Horn wird den wissenschaftlichen Teil zu den Inhalten des Forschungsprojektes erläutern und Frau Burgerova anhand gebauter Beispiele exemplarisch die praktische Anwendung vorstellen.

Foto: © Albrecht Fuchs

Judith Burgerova

03 Arch. GmbH

Dipl. Ing. (FH) Architektin, Stadtplanerin | Mediatorin | Geschäftsführerin

Vortrag:

B*GF — Bonus-Geschossflächen. Bestehendes anwenden und weiterentwickeln. Grund und Boden verantwortungsvoller nutzen.

Wohnraumschaffung gehört zu den großen Herausforderungen der Gegenwart. Bei der Realisierung von Bauvorhaben bestehen jedoch häufig projektinterne Konkurrenzen um die rechtlich maximal zulässige Geschossfläche. Dies geht zulasten sozial- und klimawirksamer Qualitäten. Bonus-Geschossflächen stellen ein in Deutschland wenig bekanntes, jedoch wirksames Planungswerkzeug dar, diesen Umständen entgegenzuwirken.

Judith Burgerova und Julia Horn werden das Forschungsprojekt „B*GF - Kriterienkatalog für Bonus-Geschossflächen (Bonus-GF) als Anreizsystem zur Qualitätssicherung für einen sozial- und klimagerechten Wohnungsneubau im Spannungsfeld der Doppelten Innenentwicklung“ gemeinsam vorstellen - Frau Horn wird den wissenschaftlichen Teil zu den Inhalten des Forschungsprojektes erläutern und Frau Burgerova anhand gebauter Beispiele exemplarisch die praktische Anwendung vorstellen.