NEWS: Wohnungsgemeinnützigkeit 2.0 - Ein Neustart für bezahlbares Wohnen
Sie ist zurück: die Wohnungsgemeinnützigkeit. Jahrzehntelang hatte dieses Instrument eine wichtige Rolle beim sozialen Wohnungsbau gespielt, bevor es in den 1990er-Jahren abgeschafft wurde. Nun feiert es seit Januar 2025 ein politisches Comeback – und das mit guten Gründen.
Angesichts explodierender Mieten, wachsender Wohnungsknappheit in Ballungsräumen und einer zunehmend prekären Versorgung von Haushalten mit geringen Einkommen will der Gesetzgeber neue Anreize schaffen. Gemeinnützige Wohnungsunternehmen, die dauerhaft preisgünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen, profitieren von Steuererleichterungen, Zuschüssen und Förderprogrammen. Gleichzeitig sind sie verpflichtet, Gewinne reinvestiv zu verwenden und keine spekulativen Mietsteigerungen zu verfolgen.
Doch wie wirkt sich das in der Praxis aus? Erste Rückmeldungen aus der Branche sind vorsichtig optimistisch. Vor allem Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen sehen neue Handlungsspielräume. Auch neue Akteure – etwa Stiftungen oder gemeinwohlorientierte Projektentwickler – zeigen verstärkt Interesse an der neuen Rechtsform.
Kritisch sehen einige jedoch, dass zentrale Fragen noch offen sind: Wie lassen sich Missbrauch vermeiden? Welche langfristigen Förderzusagen gibt es? Und wie wird die Gemeinnützigkeit gegenüber privaten Investoren abgegrenzt?
Unstrittig ist jedoch: Die Rückkehr der Wohnungsgemeinnützigkeit ist ein starkes Signal für mehr soziale Verantwortung im Wohnungsmarkt. Ob sie zum Gamechanger wird, hängt nun maßgeblich von der Umsetzung und politischen Verlässlichkeit ab.
CONBAU Nord 2026